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Interview Stefan Vögel

Was ist das Reizvolle am Schreiben?

Das Erschaffen von Welten aus dem Nichts.

Wie wird man Autor?

Man fängt einfach damit an! Die sicherste Methode schreiben zu lernen ist: Schreiben, schreiben, schreiben. Das tun zumindest alle Autoren, die ich kenne.

Kämpfen Sie nie mit der Einsamkeit des Autors am Schreibtisch?

Im Gegenteil. Die Welt, die den Kopf während dieser Arbeit bevölkert, ist manchmal lebhafter als die echte da draußen. Man darf nicht vergessen, dass ein Autor meist eine besondere Etappe im Leben seiner Figuren beschreibt. Daher vergeht die Zeit oft wie im Flug. Was quälend sein kann, ist, wenn man sein eigenes Stück noch nicht „begriffen“ hat, die Mixtur von Handlung und Charakteren nicht stimmt und es daher keine Eigendynamik entwickelt. Dann kann es auch sehr zäh werden.

Wie sieht ihr Tagesablauf aus? Kann man sich das wie eine „normale“ Arbeit vorstellen?

Ich schreibe von 8 bis 12 Uhr, und wenn es gut läuft auch noch am Nachmittag. Der Rest dient dem Verwaltungskram, Telefonieren und Mails schreiben. Schriftsteller zu sein bedeutet ja nicht nur Schreiben, sondern auch ein wenig Managen und Verwalten. Das Klischee jedenfalls, dass ein Autor nur schreibt, wenn er inspiriert ist und ihn die Musen küssen, habe ich bei anderen Autoren und mir selbst nie erlebt.

Sie schreiben fast ausschließlich Komödien. Warum?

Eine gute Komödie ist immer auch eine Tragödie, nur aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und erzählt. Aber sie verkauft sich bei weitem besser! Aber wer weiß, vielleicht werde ich eines Tages ja doch noch ein großer Tragöde. Die Kritik schätzt die Komödie ja leider immer geringer als das ernst Fach. Zumindest im deutschsprachigen Raum.

Was gibt mehr Arbeit, das erste Schreiben oder das Überarbeiten?

Bei mir das erste Schreiben. Ich finde es unendlich mühsamer, an einem nicht funktionierenden Stück anschließend herumzudoktern. Meist wird auch nichts mehr draus. Gute Stücke entstehen meist in kurzer Zeit und aus einem Schwung heraus.

Wie ist es, das eigene Stück irgendwann von fremden Schauspielern verkörpert zu sehen, womöglich schlecht dazu?

Daran gewöhnt man sich im Laufe der Zeit. Anfangs habe ich als Autor furchtbar mitgelitten und konnte mir beim einen oder anderen Regisseur durchaus vorstellen handgreiflich zu werden. Aber irgendwann lernt man zu akzeptieren, dass Theater ein arbeitsteilerischer Prozess ist, im Guten wie im Schlechten. Ein guter Regisseur kann umgekehrt aus einem mittelmässigen Text ja auch noch einiges herausholen. Faktum bleibt: Die Arbeit des Autors ist das Schreiben. Und wer klug ist, lässt das Stück anschließend möglich schnell hinter sich, schont seine Nerven und widmet sich neuen Aufgaben, während die anderen proben.

Sie spielen ja auch Kabarett – was tun Sie lieber, schreiben oder schauspielern?

Das kann man schwer miteinander vergleichen. Beides hat seine unterschiedlichen Reize. Aber wenn mich ein böser Diktator vor die Wahl stellen würde, dann würde ich das Schreiben ganz klar bevorzugen.

Was würden Sie jungen Autoren empfehlen, die ebenfalls Theaterautoren werden wollen?

Viele Theaterstücke lesen und im Theater anschauen. Niemanden nachahmen, sondern so schreiben, wie man ist und wie man denkt. Aber vor allem: Schreiben, schreiben, schreiben. Und keine Angst haben, dabei Mist zu produzieren, denn das tut man früher oder später ohnehin. Nur wer nicht schreibt, macht keine Fehler.